Instagram-Experiment bei der CAMPIXX
Seit vielen Jahren bin ich aktiv bei LinkedIn. Doch ist mir ein Kanal zu riskant. Daher überlegte ich, welche Kanäle noch sinnvoll sein könnten und das Ergebnis war u. a. Instagram. Meinen Weg bis zur Instagram-Doku als Experiment bei der CAMPIXX 2026 zeige ich in diesem Artikel.
Instagram als SEO-Diary
Noch vor dem Rebranding von SEO-Diary zu Jörg Niethammer und Search-Diary startete ich neben meinem privaten Kanal einen eigenen Instagram-Kanal unter dem Name @seo.diary. Ich testete, ob die nahezu identische Kopie von LinkedIn-Posts in Instagram funktionieren könnte, wenngleich ich mir dachte, dass es das nicht wird.
Und so war es: Trotz recht umfangreichem Engagement meinerseits blieben die Reaktionen über mehrere Monate aus. Gemessen habe ich dies gar nicht an der Engagement-Rate, die ist anfangs immer schleppend zu steigern, sondern an den Views. Doch die meisten Posts kamen nicht über 100 Views hinaus.
Das erste Instagram-Experiment war daher, wie erwartet, gescheitert.
Irgendwie muss man neue Leute erreichen
Genau das war das Problem: Meine privaten Follower, die größtenteils nicht meine thematische Zielgruppe sind, bringen mir nicht viel. Also muss ich mehr Leute erreichen, die mich nicht kennen. Das geht nur mit Themen und Authentizität. Bilder sind nett, echte Meinung geht aber fast nur über Videos bzw. Reels, teilweise auch über Carousels.
Der erste Schritt war u. a. das bereits genannte Rebranding. Ich benannte meinen Instagram-Kanal um auf @joerg.nietammer und löschte alle alten, von LinkedIn kopierten Beiträge. Bereits die ersten drei Posts mit neuer Ausrichtung (2 Bilder, 1 Reel) erreichten teilweise mehr als 1.000 Views. Das bestätigte meine Vermutung, trotz unter 200 Follower.
Instagram-Doku als Aufmerksamkeitsbooster
Dennoch brauchte ich etwas, das neue Aufmerksamkeit erregen und direkte Touchpoints schaffen konnte. Da fiel mir die CAMPIXX ein, denn die stand wenige Wochen später vor der Tür. Die Idee: Eine Instagram-Doku über die CAMPIXX 2026. Das gab es in der Form noch nicht: Ich habe einen Vortrag, mit dem ich darauf aufmerksam machen kann und habe Content vor allem für die, die nicht dort sind.
Da ich Instagram bisher nie wirklich professionell gemacht habe, musste ich mich erstmal in Tools wie Edits einarbeiten. Ich war überrascht, wie intuitiv und einfach das funktioniert. Das erste Reel ging dann zum AI Performance Report in der Google Search Console live, erreichte über 800 Views in wenigen Tagen. Zudem konnte ich es auf meinem ebenfalls neuen YouTube-Kanal als Short recyceln.
CAMPIXX 2026 als Instagram-Doku
Die CAMPIXX 2026 bot sich für mich als Experimentierfeld für eine Instagram-Doku gut an, weil die beiden Tage so vielschichtig sind: Hin- und Rückreise, Vorträge, spontane Meinungen und Einordnungen, viele Menschen, große Location mit Innen- und Außenbereich, Hotelübernachtung, verschiedene Speisen, Abendprogramm usw.
Vorbereitung der Instagram-Doku
Nach der Einarbeitung in die Tools wie Instagram selbst und Edits brauchte ich einen Redaktionsplan. Diesen gliederte ich in drei Tage auf.
Mittwoch sollte als Vorbereitungstag dienen. Mit einer Ankündigung als Reel sowie Stories zum Event (Umfrage, Frage) sowie einen LinkedIn-Post, um dort ebenfalls den ein oder anderen Interessierten zu erreichen. Neben dem Reel als Ankündigung sollte es am Abend die erste Story mit dem auf 3:20 Uhr gestellten Wecker geben.
Donnerstag sollte im Zeichen der Anreise, dem ersten Konferenztag und dem Abendprogramm stehen. Neben ersten Stories plante ich vor allem Rohmaterial für ein am Vormittag geplantes Reel über die Anreise und die ersten Eindrücke zu sammeln. Bei LinkedIn erwähnte ich nochmals meine Instagram-Doku. Am Abend waren zwei Reels zum Programm und zu meinem eigenen Vortrag sowie zahlreiche Stories geplant.
Am Freitag plante ich ein Reel vom Abendprogramm zuvor und einen weiteren LinkedIn-Post zu Tag eins sowie einem erneuten Verweis auf Instagram. Es folgte zudem nochmals ein kurzes Reel zu meinem Vortrag. Für die Rückreise waren zwei weitere Reels zum zweiten Tag und zum allgemeinen Fazit geplant.
Am Wochenende sollten dann zuhause ein Reel und ein Carousel-Post folgen. Außerdem plante ich die Verarbeitung der Inhalte bei LinkedIn, im Recap zur CAMPIXX 2026 und in der am Montag erscheinenden Folge des Search-Diary Podcasts.
Durchführung des Instagram-Experiments
Die erste Story ging um kurz vor fünf im Sonnenaufgang auf dem obersten Deck eines Parkhauses des Flughafens Stuttgart live. Ich benötigte mehrere Anläufe. Es ist nicht einfach, frei in eine Handykamera im Selfie-Modus zu sprechen, wenn man das noch nie gemacht hat. Aber es klappte erstmal.
Im Flughafen Stuttgart, im Flugzeug und im Flughafen Berlin-Brandenburg drehte ich einige Shots für einen späteren Videozusammenschnitt. Zudem gab es weitere Stories. Angekommen auf der CAMPIXX schnitt ich mein Anreise-Reel. Nicht perfekt, aber es war, für das erste Mal, ganz okay.
Es folgte der erste Vortrag von Lily Ray. Ich schrieb ein wenig mit, aber die Gedanken mussten raus. Daher entschied ich mich spontan dazu, nicht nur eine Zusammenfassung von Halbtagen zu machen, sondern direkt nach jedem Vortrag eine Story zu machen. Also suchte ich mir direkt nach jedem Vortrag eine ruhige Ecke, teilte meine spontanen Gedanken, fügte die Untertitel hinzu, bearbeitete diese, soweit notwendig und stellte die Story live. Alle Stories landeten im Story-Highlight „CAMPIXX 26“.
In der Mittagspause schnitt ich das Reel über den Vormittag. Während ich redete, überblendete ich meine Videospur mit einem Video von jeweiligen Vortrag. Allerdings nur zur Visualisierung der Speaker und daher ohne Ton – sofern ich denn daran gedacht habe, die Tonspur zu muten.
Am Abend folgte das Reel über den Nachmittag, am nächsten Morgen das Reel über das Abendprogramm. Zudem konsequent nach jedem Vortrag eine Story.
Zur Instagram-Doku der CAMPIXX zählte auch ein Reel mit meinen Top 3 Erkenntnissen am Montag danach sowie eine Story, die auf den Podcast verwiesen hat. Im Search-Diary Podcast, der ebenfalls am Montag veröffentlicht wurde, ging ich ebenfalls auf alle Vorträge, die ich besuchte, näher ein.
Ergebnis
Was hat mir dieser Aufwand gebracht? Die Frage lässt sich final noch nicht beantworten, aber so viel sie gesagt (Stand: Dienstag nach der CAMPIXX):
Follower
Auch wenn Follower nicht mehr die harte Währung bei Instagram und Co. sind, so sind sie doch ein Indiz für Relevanz. Bei der Abreise hatte ich 177 Follower, am Dienstag danach 221. Das sind +44 Follower, was +24,8 Prozent entspricht. Was jedoch wichtiger ist: Fast alle der neuen Follower sind in der relevanten Zielgruppe, es waren nur drei aus meinem privaten Umfeld.
Impressions
Die sechs Reels im direkten Zusammenhang zur CAMPIXX haben knapp 4.000 Impressions generiert. Alle Stories kamen auf 5.600 Impressions. Somit sprechen wir von einer Gesamtreichweite von fast 10.000 Impressions über fünf Tage.
Bei den Stories ist vor allem interessant, dass fast alle an mehr User ausgespielt wurden, als ich Follower habe. Da Stories kein typisches Format sind, um User außerhalb der eigenen Followerschaft zu erreichen, ist das außergewöhnlich. Vor allem die Story mit dem Sonnenaufgang am Flughafen Stuttgart hat mit fast 900 Aufrufen bei zu dem Zeitpunkt nicht mal 200 Followern extrem viele neue User erreicht.
Persönliches Feedback
Auf der CAMPIXX selbst haben mich zahlreiche Kollegen auf das Instagram-Experiment angesprochen. Es bekamen sehr viele mit und ich habe viel Feedback erhalten. Aber – und das gehört zur Wahrheit dazu – die Wengisten davon folgen mir bei Instagram. Ob sie die Info also bei LinkedIn aufgeschnappt, Content in ihrem Instagram-Feed gesehen oder direkt auf mein Profil aktiv besucht haben, ohne zu folgen, kann ich nicht nachvollziehen.
Fazit
Sind wir ehrlich: Extrem viele Follower habe ich mit diesem Instagram-Experiment im Rahmen der CAMPIXX 2026 nicht erreicht. Die absoluten Zahlen sind überschaubar, obwohl die grundsätzliche SEO-Zielgruppe natürlich klein und endlich ist. Aber 25 Prozent Plus in wenigen Tagen und die Impressions finde ich stattlich und damit habe ich nicht gerechnet.
Für mich hat sich Video insbesondere in Form von Reels bewährt. Videos sind authentischer und klarer als Textposts auf LinkedIn. Das heißt aber nicht, dass ich LinkedIn deswegen ersetze.
Ich werde Instagram weitermachen und schauen, wie sich das alles entwickelt. Mit Auftritten beim KI Summit Südwest (13. Juli 2026) und der GEO Know How (1. Oktober 2026) bin ich weitere Mal mit neuen Zielgruppen unterwegs, zudem habe ich ja sowieso zu allem irgendwas zu sagen, ob es jemand hören will oder nicht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und die wenigsten Accounts sind über Nacht – oder von mir aus auch über fünf Tage – extrem gewachsen.





