KI-Summit Südwest 2026
Was passiert, wenn man KI-Experten und Unternehmer fast 250 Meter über dem Boden zusammenbringt? Diese Frage stellte sich dier KI-Summit Südwest 2026 am 13. Juli 2026 auf dem TK Elevator Testturm in Rottweil.
Neben dem ehemaligen Digital- und Media-Chef von Mercedes-Benz und weiteren Speakern aus der Region rund um Rottweil hielt ich einen Vortrag zu Sichtbarkeit in KI-Systemen. Was dort sont noch passierte, erfährst Du in diesem Artikel zum KI-Summit Südwest 2026.
Vorträge beim KI-Summit Südwest 2026
Auf der Agenda standen insgesamt neun Vorträge und eine Podiumsdiskussion. Alles zeitlich stark gestrafft zwischen 14 und 18 Uhr. Der KI-Summit Südwest 2026 war mit 120 Teilnehmern zzgl. Speakern restlos ausverkauft.
Begrüßungen
Die Begrüßungen nahmen Pascal und Alexander Teufel von der Rottweiler Agentur teufels als Veranstalter sowie Birgit Hakenjos von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg vor. Sie betonten die Wichtigkeit von KI und innovativ und zukunftsorientiert viele Unternehmen in der Region bereits agieren.
Keynote
Die Keynote hielt Sven Dörrenbächer. Er war u. a. Digitalchef von Mercedes-Benz, Managing Director von Jung von Matt und ist Gründer von EMBRAICE.
Sven Dörrenbächer zeigte einige anschauliche Beispiele aus KI-Systemen allgemeiner Natur und betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Einführung. Er setzte das Jahr 2022 u. a. mit 1440 (Buchdruck) und 1989 (kommerzielles Internet) gleich und sprach von einem Wendepunkt.
Eine Kernaussage: „KI ist gekommen, um zu bleiben.“ Entweder wir umarmen sie und bleiben gesund paranoid oder man wird mittelfristig Probleme bekommen. Das kommt meinem Motto „Leben in der Lage“ recht nah.
Er ermutigte alle, sich eigene AI-Coaches zu bauen, aber hat auch klar betont, dass die beste KI nichts bringt, wenn sie niemand nutzt. Die Einführung muss ein gemeinsamer Weg sein, den jeder mitgehen kann und möchte. Denn am Ende wären die höchsten Kosten der Verlust der Unternehmenskultur.
KI im Vertrieb
Weiter ging’s mit Sophie Heim von der ARNO Group. Sie zeigte sehr anschaulich, wie KI Einzug in einem familiengeführten Unternehmen nahm. Alles begann mit Wildwuchs, in dem jeder unkontrolliert gemacht hat, was er will.
Schnell stellten sie fest, dass das so nicht geht und eine zentrale Koordination notwendig ist. Sie begannen an der Basis, haben alle relevanten Mitarbeiter so geschult, dass alle denselben Stand hatten, wissen, wie man richtig promptet und im Anschluss Ziele sowie klare Regeln der KI-Nutzung definiert.
Der Fokus lag im ersten Schritt auf Marketing und Content-Agenten. Auf die Frage aus dem Publikum, wie lang dieser Prozess dauerte, antwortete Sophie Heim: „Zwei Monate.“ Das verblüffte dann doch. Wow, echt stark!
Automatisierung mit KI
Einen Doppelvortrag hielten Steffen Engeser und Stephen Burkhardt von der ENGESER GmbH. Steffen Engeser begann kurz, übergab das Wort dann an seinen KI-Verantwortlichen Stephen Burkhardt. Er berichtete von drei KI-Cases aus dem Unternehmensalltag.
Sie entwickelten einen automatisierten Kundenbesuchsbericht, mehrere Recherche-Workflows und zeigten ein Beispiel aus der IT-Praxis.
Steffen Engeser übernahm am Ende nochmals und zeigte ein privates Projekt. Hier nutzte er Claude in Verbindung mit seinem Smart-Home-System und entwickelte ein ausgeklügeltes System zwischen der Beheizung seines Pools und einem Gerät fürs Bitcoin-Mining. Dieses System wollen sie nun bei Engeser für die genutzten PV-Anlagen adaptieren.
Industrial Humanoids & KI
Patrick Heimburger von der fruitcore robotics GmbH folgte. Sein Thema war für mich am weitesten weg von meinem Alltag. Es ging um humanoide Robotik und Physical AI.
Er zeigte anhand zahlreicher Beispiele, wie sein Unternehmen humanoide Roboter einsetzt, um ganze Arbeitsabschnitte komplett zu automatisieren. Gleichzeitg erwähnte er die Chancen, die daraus entstehen und wie Unternehmen effektiv in die Nutzung kommen können.
KI in einer Großbäckerei
Ein Highlight in meiner Planung war der Vortrag von Eric Schneckenburger. Er ist Geschäftsführer der Meisterbäckerei Schneckenburger. Vom Bodensee bis in den Landkreis Tübingen betreibt das Unternehmen 65 Filialen mit über 500 Mitarbeitern.
Er zeigte anschaulich, dass eine Großbäckerei eben nicht nur das Bäckerhandwerk betreibt. Es geht um Produktion, Logistik, Handel, Gastronomie, Personal, Immobilien und die Fachgeschäfte. Und am Ende sollte der Kunde auch noch berücksichtigt werden, der am Ende der Wichtigste in der gesamten Kette ist.
Durch ein gemeinsam mit fünf anderen Großbäckereien erarbeitetes KI-System wurde alles effizienter: Mengen wurden individueller, Personaleinteilung flexibler, Kosten und Ertrag transparenter, die Routenplanung tagesaktuell nach Abhängigkeit der anwesenden Fahrer unter Berücksichtigung der Führerscheine extrem effektiv und das Retourenmanagement noch besser für die Nachverwertung übrig gebliebener Ware.
KI als Unternehmenskultur
Mit Anke Hogen von Aesculap folgte ein weiterer Vortrag eines sehr großen Unternehmens. Sie beschrieb einige Beispiele von genutzter KI aus Produktion, Marketing und Entwicklung.
Als Beispiel wurde u. a. ein automatisierter Workflow mit qualifizierten Antworten zu hochkomplexen Ausschreibungen in der Medizintechnikbranche genannt. Außerdem fand ich den Aspekt der Wissensicherung beim Offboarding eines Mitarbeiters sehr spannend, um ein echtes Wissensmanagement betreiben zu können.
Auch Anke Hogen betonte die Wichtigkeit der Führung. An der Führung richten sich die Mitarbeiter aus und sie ist der Maßstab für die Unternehmenskultur mit und ohne KI.
KI-Vorreiter von heute
Thomas Euler von der nuwacom GmbH stellte nicht seine firmeneigene Software vor, sondern konzentrierte sich auf einige Beispiele anderer Unternehmen.
So gibt es in den USA ein Portal, dass Rahmenverträge für pauschal 750 US-Dollar anbietet. 80 Prozent der Leistung wird von KI-Assistenten erbracht, die restlichen 20 Prozent von Anwälten mit Eliteuni-Abschlüssen.
Ein weiteres Beispiel kam aus dem Vertrieb von Werbemitteln. Er nannte ein kleines Unternehmen, das jedoch mehrere hunderttausend Artikel hat. Die Angebotserstellung dauerte manuell eine gefühlte Ewigkeit. Nun ist es möglich, innerhalb von 52 Sekunden ein qualifiziertes Angebot zu erstellen und dem Kunden zur Verfügung zu stellen. So schafft das Unternehmen das Zehnfache an Auftragsvolumen.
Als Drittes ging es um ein SaaS-Unternehmen, das Agenten für neue Marktsegmente im Bereich Enterprise-SaaS nutzt. Die Agenten sind aufgeteilt in die Rollen Signals, Research und Playbook. Der fertige Entwurf wird dann von einem Menschen geprüft und ggf. freigegeben.
Einer seiner Kernsätze, der nicht nur für KI, sondern ganz allgemein gilt: Erst der Prozess, dann die Technologie!
Search im KI-Zeitalter
Der letzte Vortrag des Tages gehörte mir. 15 Minuten Vortrag, fünf Minuten Diskussion waren geplant. Ganz ehrlich: Das war nicht einfach! Zumal ich im Vorfeld nicht einschätzen konnte, welche Kompetenzen das Publikum in diesem Bereich hatte. Ich beschloss eine allgemeine Präsentation zum Thema GEO mit etwas Interaktion nach einem langen Nachmittag anzubieten.
Ich begann mit einem Überblick, was ChatGPT und Co. eigentlich machen und warum die Sichtbarkeit in Large Language Models (LLMs) so wichtig ist. Dies untermauerte ich mit zahlreichen Statistiken und Studien sowie Beispielen aus meinem Hansgrohe-Alltag. Konkrete Tipps, was man tun kann und was man tunlichst unterlassen sollte, gab es am Ende.
45 Slides in 15 Minuten. Ich bewundere die Keynote-Speaker immer, wenn sie 150 Folien in 45 Minuten präsentierten. Mit meinem Schnitt wären es hochgerechnet auch 135 Folien gewesen, von daher bin ich gar nicht sooo weit weg. Allerdings war mein Vortag keine Keynote im eigentlichen Sinne. Aber es war der einzige Vortrag auf dem KI-Summit Südwest 2026, der sich mit diesem wichtigen Thema KI-Sichtbarkeit beschäftigte.
Das anschließende Feedback hat mich selbst überrascht. Alle, die mit mir sprachen und es waren knapp die Hälfte der Teilnehmer, waren begeistert und lobten meinen Vortrag. Das freute mich sehr, denn als letzter Speaker hat man es nach einem langen Tag nicht ganz einfach. Vielen Dank für das grandiose Feedback!
Du möchest meine Slides und warst selbst vor Ort? Dann vernetzte Dich mit mir bei LinkedIn und kommentiere meinen Post zum KI-Summit Südwest 2026:
Du möchtest, dass ich Dich bei Deinen Aktivitäten rund um Online-Sichtbarkeit bei Google, ChatGPT und Co. unterstütze? Dann melde Dich unverbindlich bei mir.
Outro
Zu guter Letzt betraten Marco und Alexander Teufel von der Agentur teufels die Bühne. Sie blickten auf den KI-Summit Südwest 2026 zurück, bedankten sich bei allen Speakern und Teilnehmern und luden zum anschließenden Networking ein.
Aufgrund es (zu) straffen Zeitplans, war die Veranstaltung leicht im Verzug, weshalb die abschließende Podiumsdiskussion gestrichen wurde und man direkt zum Networking auf 232 Metern über dem Boden überging.
Networking
Das Networking fand zwei Stockwerke über dem Konferenzsaal bei der Besucherplattform auf 232 Metern über dem Boden statt. Es gab ein kaltes Buffet, das keine Wünsche offen ließ. Es sah sehr lecker aus, leider kam ich aufgrund unzähliger Gespräche nicht zum Essen und kann nicht beurteilen, wie’s war.
Neben dem Essen und alkoholischen und antialkoholischen Getränken versorgte uns mein Bekannter DJ Wayne mit guter Musik und sorgte für ausgelassene Stimmung.
Und da sind wir schon beim Punkt: Es war meine erste Konferenz mit Vortrag, wo im Publikum keine klassischen SEO- und Online-Marketing-Kollegen saßen. Sondern Geschäftsführer und Entscheider. Kaum verließ ich ein Gespräch, kam das nächste. Manche warteten sogar, bis sie auf mich zugehen konnten. Ich konnte es nicht glauben und tippe auch im Nachhinein noch ungläubig in die Tasten. So viel Lob und positives Feedback von dieser Zielgruppe zu erhalten, bedeutet mir sehr viel. Vielen Dank!
Aber es zeigte mir auch: Man muss raus aus seiner SEO- und Online-Marketing-Bubble. Mir war schon immer bewusst, dass man auch bei LinkedIn nicht nur thematisch Nahestehende um sich scharen muss. Der Austausch ist ebenfalls sehr wichtig, aber potenzielle Kunden werden sie in der Regel nicht. Außerdem zeigte es mir, wo der Schuh drückt, welche Probleme und Herausforderungen KMU aus der Region haben.
Obwohl sich die Reihen nach und nach lichteten, war ich bis halb zehn auf dem Testturm und beendete den KI-Summit Südwest 2026 mit dem vorletzten Aufzug nach unten. Während einige noch in die Rottweiler Innenstadt zogen, war für mich Feierabend und ich fuhr nach Hause.
Location
Die Location ist atemberaubend! Der TK Elevator Testturm, früher thyssenkrupp Elevator Testturm in Rottweil ist 246 Meter hoch und hat auf 232 Metern die höchste Besucherplattform Deutschlands (Besucherplattform vom Berliner Fernsehturm liegt auf „nur“ 203 Metern).
Der TK Elevater Testturm wurde von 2014 bis 2017 gebaut und am 13. Oktober 2017 eröffnet. Als ich am 1. Oktober 2018 bei Hansgrohe begann und täglich daran vorbeifuhr, stand der Kran noch, der am 31. Oktober 2018 abgebaut wurde.
Teilweise mehrmals wöchentlich fahre ich seither an diesem Gebäude vorbei und bis zum Tag des KI-Summit Südwest 2026 war ich noch nicht oben. Sehenswürdigkeiten direkt vor der Haustür besucht man meistens am seltensten. Von daher war der Besuch längst überfällig.
Vom Eingang ging es mit einem Expressaufzug innerhalb weniger Sekunden auf 232 Meter. Ein Mitarbeiter begleitete uns und gab einige Informationen zum Turm und zur Fahrt. Oben angekommen betrat man eine Lobby und konnte auf die Besucherplattform, die einen Großteil des Turms umkreist. Die Begrenzung sind bodentiefe Glasscheiben. Näher an den Abgrund kommt man nirgends.
Um in den Konferenzsaal zu gelangen, musste man über ein Treppenhaus mehrere Stockwerke nach unten. Auf halbem Weg waren die Toiletten. Der Konferenzraum selbst war gestuhlt, mit zwei großen Bildschirmen ausgestattet und Gott sei Dank klimatisiert. 120 angemeldete Gäste, alle Speaker und einige Mitarbeiter der Agentur teufels fanden darin Platz.
Fazit
In einem Wort: Wow!
Ich habe mir einiges erhofft, klar. Auch wünscht man sich vom eigenen Vortrag, dass dieser gut ankommt. Aber mit dieser Resonanz hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Und wie gesagt, nicht von unerfahrenen Berufsanfängern, sondern von CEOs, Geschäftsführern, hohen Führungskräften. Danke dafür!
Thematisch waren für mich einige neue Denkansätze dabei, die ich versuche, auf meine Themen zu adaptieren. Aber allein der Blick nach links und rechts tat sehr gut. Raus aus der eigenen Bubble, den Blick über den Tellerrand wagen und dazu das wohl intenstivste und effektivste Networking allerzeiten.
Für mich war der erste KI-Summit Südwest 2026 ein absolutes Highlight. Ganz anders als CAMPIXX, SMX und Co. Aber so wertvoll. Ich würde mich sehr freuen, wenn es mal wieder solch eine Veranstaltung gibt!







