Zukunft von SEO & GEO 2026+
Wie geht es mit SEO und GEO weiter? Was ist die Zukunft von SEO? Diese Frage treibt uns SEOs um. Aber sie treibt auch alle Unternehmen um, bei denen die Website ein zentraler digitaler Touchpoint ist. Auf Basis aktueller Entwicklungen teile ich meine Einschätzung und wie ich SEO und GEO in der Zukunft über das Jahr 2026 hinaus sehe.
Das Wichtigste in Kürze
- Es geht nicht um SEO oder GEO, sondern um Online-Sichtbarkeit
- Online-Sichtbarkeit entsteht über viele Silos hinweg und nicht mehr exklusiv auf der Website
- Daher muss das Thema größer und anders gedacht werden
Was sind SEO und GEO?
SEO steht für Search Engine Optimization also die Optimierung von bzw. für Suchmaschinen. GEO steht für Generative Engine Optimization, der Optimierung von bzw. für generative KI-Systeme (Gen-AI) und Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Gemini, Claude und Perpelxity, aber auch KI-Tools, die es in die Google-Suchergebnisse geschafft haben (AI Overviews und AI Mode).
Unterschied SEO und GEO
Der Unterschied zwischen SEO und GEO ist eine der meistdiskutiertesten Fragen innerhalb der SEO- und Online-Marketing-Branche seit spätestens 2025. Allein darüber könnte man eine Doktorarbeit schreiben. Kurz gesagt, Einigkeit besteht bis heute nicht. Und wenn ich die aktuellen Diskussionen verfolge, sehe ich keine Einigung in Sicht. Das ist aber auch gut so, so kommt Leben in die Sache!
Grob zusmamengefasst, gibt es folgende Interpretationen:
- SEO bleibt SEO für klassische Suchmaschinen, GEO ist speziell für LLMs
- GEO ist die neue Disziplin und SEO selbst stirbt bzw. ist tot
- GEO ist ein Teilbereich der SEO und somit ist SEO ein Überbegriff für die Optimierung der Online-Sichtbarkeit, manche nennen SEO mittlerweile Search Everywhere Optimization
- GEO gibt es nicht, alles ist SEO
Davor, dazwischen und danach gibt es noch zahlreiche weitere Interpretationen und Selbstdefinitionen. Daran sieht man, wie kontrovers das Thema Unterschied zwischen SEO und GEO weiterhin ist.
Definition von Jörg Niethammer
Für mich liegt die Zukunft von SEO und GEO nicht in der Frage, wie es genannt wird. Sondern wie man es schaffen kann, überall da sichtbar und gefunden zu werden, wo die relevante Zielgruppe unterwegs ist. Diese Frage ist pauschal nicht zu beantworten und muss individuell erarbeitet werden. Zudem werden sich diese Touchpoints immer wieder verändern z. B. wenn Agentic Commerce (Produktkauf direkt durch bzw. in LLMs) möglich ist.
Obwohl ich SEO- und GEO-Dienstleistungen anbiete und diese auch so benenne, bin ich kein Freund davon. What? Die Nachfrage im Markt lautet SEO und GEO. Tendenz übrigens bei beiden Begriffen steigend. Daher möchte ich für diese sichtbar und Anbieter sein. Aber ich arbeite auf einer anderen, auf einer höheren Ebene.
Obwohl SEO regelmäßíg für tot erklärt wurde und wird, gab es in den letzten 22 Jahren nie so viel Nachfrage wie heute (siehe Screenshot von Google Trends). GEO ist als Begriff durch andere Themen besetzt, weshalb die Nachfragelinie natürlich Blödsinn ist. Allerdings sieht man, dass die Nachfrage in der letzten Zeit wieder zunimmt. Obwohl die Linie ähnlich hoch ist, wie die SEO-Linie, sind weiterhin andere Themen in diesem Suchvolumen. Die Nachfrage potenzieller Kunden nach GEO ist daher deutlich geringer als die nach SEO.
Online-Sichtbarkeit statt SEO und GEO
Für mich geht es um Sichtbarkeit an allen relevanten digitalen Touchpoints. Die Zukunft von SEO und GEO liegt darin, diese Akronyme nicht mehr zu verwenden, die Tech-Nerd-Themen als Grundlage nicht mehr als Strategie zu verkaufen und das Thema an den Tisch anderer, viel einflussreicher Menschen zu bringen.
SEO und GEO müssen sich weiterentwickeln, um überhaupt ernstgenommen zu werden. Es braucht Maßnahmen zu Steigerung der Online-Sichtbarkeit. Wo diese stattfindet, entscheidet die Zielgruppe. Das ist nichts Neues. Das verstehen viele SEOs aber nicht, weil es viele Jahre nur Google gab.
Allerdings muss man eins sagen: Mit Begriffen wie AI-Search, Sichtbarkeit in KI u. ä. stößt man bei vielen Entscheidern auf offene Ohren. Mit dem KI-Label bekommt man durchaus mehr Gehör, was u. a. auch Björn Darko (Group Head of SEO & AI Search bei SMG Swiss Marketplace Group) bei der CAMPIXX 2026 bestätigt. Von daher kann man diese Begrifflichkeiten mit Bedacht und dem richtigen Kontext durchaus als Mittel zum Zweck verwenden.
Die Begriffe SEO und GEO halte ich für die Gesamtheit als zu vorbelastet, um effektiv wirken zu können.
Social Media als Vorbild
Bei Social Media sieht es etwas anders aus: Es wird oft – auch nicht immer – die Frage gestellt, wo meine Zielgruppe unterwegs ist. Bei Facebook? Bei Instagram? Oder doch eher bei TikTok? Alles komplett identisch zu bespielen, ist nicht erfolgreich, was u. a. mein eigenes Instagram-Experiment bestätigt. Diesen Twist müssen wir auch bei SEO und GEO in der Zukunft schaffen.
Verknüpfung von Themen
Social Media soll aber nicht nur als Vorbild dienen. Social Media ist sehr relevant als digitaler Touchpoint, der häufig als Quelle innerhalb von LLMs, aber auch in der klassischen Google-Suche verwendet wird. Instagram-Posts sind schon seit Juli 2025 indexierbar und werden auch ausgespielt – häufig anstatt Website-Bildern und Pinterest.
Auch YouTube, in vielen Unternehmen immer noch fälschlicherweise als Social-Media-Netzwerk definiert, ist vor allem für die Google-AIs Gemini, AI Overviews und AI Mode eine extrem wichtige Quelle.
Zudem ist YouTube selbst ist nach Google die größte Suchmaschine der Welt. Nicht Bing, nicht ChatGPT. YouTube! Dort werden Inhalte gesucht. Es darf mir als SEO, wenn ich mich denn noch so bezeichnen möchte, nicht egal sein, was bei YouTube passiert. Das heißt nicht, dass ich jetzt YouTube-SEO-Experte sein muss. Aber ich muss diesen Touchpoint zu meiner Marke innerhalb und außerhalb von YouTube nutzen. YouTube exklusiv dem Social-Media-Team zu überlassen, halte ich für fahrlässig.
Weitere Themen, die direkt mit der Auffindbarkeit an digitalen Touchpoints zu tun haben sind u. a.:
- Produkt bzw. Produkt-Management
- PR und explizit digitale PR
- Alles, was mit Branding zu tun hat
- Referenzen
- Neutrale Bewertungen und Produkttests
Es gibt noch vieles mehr, das ist keineswegs alles. Aber es sind Themen, die wir für SEO und Online-Sichtbarkeit nutzen können und oftmals auch nutzen müssen.
Schluss mit Technik
Viele SEOs kommen aus der Tech-Ecke oder haben sich technische Fähigkeiten im Rahmen ihrer SEO-Tätigkeiten beigebracht. Das ist gut und das ist auch weiterhin wichtig. Aber das interessiert niemanden. Eine saubere Website-Infrastruktur ist eine indiskutable Grundlage und, wie bereits erwähnt, kein Bestandteil einer Strategie. Dieses Mindset zu vermitteln und aufrechtzuerhalten ist nicht einfach, aber obligatorisch.
Trotzdem tendieren wir dazu, viel zu technisch zu werden. Bei SEO-Konferenzen gibt es zahlreiche Tech-Vorträge. Die sind stark, die haben auch ihre Berechtigung. Aber damit hole ich nicht einen meiner Stakeholder ab. Ich brauche Daten und Fakten, ich brauche Metriken, die unternehmensrelevant sind.
Wie wirst Du von anderen gesehen?
In unserer Welt interessiert das niemanden mehr, oder? „Schau nicht auf andere, du bist toll, wie du bist.“ Das mag sein, das kann man machen. In der Frage nach der Zukunft von SEO und GEO ist es jedoch sehr wohl wichtig, wie man von anderen insbesondere den Stakeholdern gesehen wird.
Ziel muss es sein, dass Du bei allen Fragen, die direkte Auswirkungen auf die Online-Sichtbarkeit haben, am Tisch sitzt. Dass Deine Stakeholder sagen, Du musst auf jeden Fall dabei sein. Nicht wegen SEO oder GEO, sondern weil nur Du das Mindset und die Expertise hast, das Thema wirklich voranzutreiben.
SEO und GEO stehen diesem Anspruch, den man jedoch erfüllen muss, um SEO und GEO erfolgreich zu machen, im Weg.
Haben SEO und GEO eine Zukunft?
Ja, auf jeden Fall. Aber nur, wenn es die SEO- und GEO-Experten aufhören, sich selbst klein zu machen. Sich größer zu machen, geht aber nur, wenn man sich auch weiterentwickelt und verbessert. Es braucht neue Sichtweisen, andere Metriken und ein anderes Mindset.
Die Optimierung der Sichtbarkeit in KI-Systemen und LLMs ist monetär eine Sackgasse. Zumindest für uns Performance-Menschen. Es gibt außerhalb von Agentic Commerce keinen Umsatz oder irgendwelche anderen, monetär quantifizierbaren Metriken innerhalb dieser Systeme. Auch sind diese Systeme nicht dafür gemacht, sie zu verlassen und eine Website zu besuchen. Sie wollen, dass Du da bleibst!
Genau dieser naive Irrglaube begegnet mir regelmäßig. Ein typischer Satz: „Wir möchten mit unserem Content bei ChatGPT gefunden werden.“ Das Problem: Gerade bei Prompts mit informationellem Suchintent werden quasi keine Quellen aufgeführt (Citations) und schon gar keine Brands innerhalb der Antwort genannt (Mentions).
Also lerne, Deine bisherigen Metriken und KPIs zu vergessen und sie nicht mehr dafür zu nutzen. Andere Marketing-Stakeholder werden es verstehen, sie haben nämlich auch kein quantifizierbares Feedback.
Was sagen andere Experten?
Zukunft SEO bei der CAMPIXX 2026
Bei der CAMPIXX 2026 sprachen Björn Darko, Hanns Kronenberg, Olaf Kopp und Stefan Fischerländer in einer Podiumsdiskussion über die Zukunft von SEO. Sie stellten Ähnliches fest:
- Klassische SEO verliert langfristig Traffic
- LLMs verändern die Suchwelt grundlegend
- Brand, Wahrnehmung und Empfehlungen werden wichtiger als Klicks
- SEO entwickelt sich von einer Performance-Disziplin zu einer strategischen Brand-Strategie
Der Peak des Organic Traffics könnte 2024 gewesen sein. Trotzdem bleibt Organic Search für sehr viele Websites der wichtigste Traffic-Kanal. GEO ist kein Traffic-Kanal und LLMs liefern de facto kaum Klicks. Aber Traffic war und ist nicht der relevante KPI.
WAYNE-Podcast von Marco Janck
Außerdem erschien eine Woche nach der CAMPIXX 2026 der WAYNE-Podcast von CAMPIXX-Veranstalter Marco Janck. Laut Titel hat er seine Definition von GEO nun gefunden. In seiner Zusammenfassung kommt er zu folgendem Schluss:
- SEO wird weiterhin Bestand haben, weil der größte Anteil Traffic immer noch über die klassische Google-Suche kommt
- GEO ist die Übersetzungsdienstleistung für Brand, wenn Brand stattfindet
- GEO sollte als Teil von SEO stattfinden, weil die Menschen in diesen Themen technisch getrieben sind, was essentiell für gute GEO ist
- SEO wird nicht untergehen und man muss sich nicht für SEO oder GEO entscheiden. Er sieht es nicht als Konkurrenz zueinander und in meiner Interpretation auch nicht als gänzlich unterschiedliche Themen
Gerade der letzte Punkt bringt es m. E. sehr gut auf den Punkt. SEO und GEO in Schwarz und Weiß zu trennen, wird der Gesamtthematik nicht gerecht.
Fazit
Die Zukunft von SEO und GEO ist für mich klar: Solange Menschen Fragen haben und nach Antworten suchen, wird es für Unternehmen relevant sein, sichtbar zu sein. Ich denke aber, wir alle müssen uns weiterentwickeln, größer werden und ganzheitlicher denken.
Ich biete weiterhin SEO und GEO an, weil es die Nachfrage erfordert. Aber eigentlich helfe ich Unternehmen, ihre Online-Sichtbarkeit an allen relevanten digitalen Touchpoints zu verbessern und ihre Marke strategisch so aufzustellen, dass sie die Rahmenbedingungen schaffen können, um dies zu erreichen.
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