SEO oder GEO? Weder noch!
In sozialen Netzwerken wie LinkedIn gibt es gefühlt nur noch zwei Parteien: „GEO gibt es nicht, es ist alles SEO“ und „SEO ist tot, GEO ist die neue Disziplin“. Beide Meinungen sind falsch und kurzsichtig. Warum die Frage SEO oder GEO falsch ist, erfährst Du in diesem Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- SEO und GEO sind kein Entweder-oder
- GEO baut auf bewährten SEO-Grundlagen auf
- Entscheidend ist eine ganzheitliche Strategie für digitale Sichtbarkeit
SEO oder GEO? Warum eigentlich?
Aktuell fällt sehr stark auf, dass ich zwei Parteien bilden bzw. gebildet haben: Team SEO gegen Team GEO. Doch diese Entweder-oder-Diskussion geht mir deutlich zu kurz und ich halte sie für fachlich unseriös. SEO- und GEO-Berater, die nur noch das eine oder das andere zu 100 Prozent anbieten, verschwenden großes Potenzial auf der jeweils anderen Seite.
Unterschiede zwischen SEO und GEO
Schauen wir uns die Faktenlage an: Typische SEO-Methoden, die wir schon seit vielen Jahren, teilweise auch seit Jahrzehnten anwenden, insbesondere im Bereich Website-Infrastruktur und -Technik sowie in Teilen der modernen Content-Optimierung sind Grundlage, um überhaupt eine Relevanz für KI-Systeme und Large Language Models (LLMs) aufbauen zu können.
Natürlich kann man sagen, dass diese Grundlagen keine typischen SEO-Themen sind, sondern Grundlagen von Website-Content. Diese Ansicht ist richtig, denn hochwertigen Content als „SEO-Content“ zu bezeichnen, ist ebenso falsch, wie SEO und GEO scharf voneinander trennen zu wollen.
Trotzdem ist GEO, wenn man es denn so nennen will, ein neuer Teilbereich der Optimierung der digitalen Sichtbarkeit. Und hier sind wir bereits beim richtigen Wort: Digitale Sichtbarkeit.
Der Begriff ist generisch weitläufig und man kann beispielsweise auch Social-Media-Ads diesem zurechnen. Diese zahlen jedoch nicht auf die organische Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen und LLMs ein. Konzentrieren wir uns jedoch auf den organischen Teil, dann muss man ganz klar sagen, dass GEO das Rad nicht neu erfindet. Und dennoch muss ich mir anschauen, welche Anforderungen und welche Best Practices für LLMs effektiv sind.
Gleichzeitig muss ich berücksichtigen, dass es, mit Ausnahme der eingeschränkten Nutzung von Grounding Pages, keine speziellen Content-Formate für LLMs gibt bzw. geben sollte. Die Themen Duplicate-Content-Prevention und Keyword-Kannibalisierung müssen weiterhin berücksichtigt werden. Egal ob für Google, ChatGPT oder den menschlichem User. Wenn man seine Themen auf seiner Website nicht klar voneinander trennt, gibt es Verwirrung und keine klare Zuordnung mehr. Das hat mit einer hohen Content-Qualität in der Folge nichts zu tun. Berücksichtigen sollte man allerdings die Auswirkungen der KI-Wasserzeichen.
SEO oder GEO? Digitale Sichtbarkeit!
Schon in der Herleitung bzw. der Suche nach Unterschieden zwischen SEO und GEO wird sehr schnell klar, dass es viele Überschneidungen der beiden Themenbereiche gibt. Und genau das ist der Grund. Warum ich mich von den Akronymen SEO und GEO eigentlich verabschiedet habe.
Warum ich SEO & GEO trotzdem nutze
Trotzdem verwende ich die Akronyme SEO oder GEO weiterhin auf meiner Website. Danach wird initial weiterhin gesucht. Meine Beratungen zielen jedoch darauf ab, dass ich die Themen SEO und GEO größer denke. Ich mache mir Gedanken, wie die allgemeine digitale Sichtbarkeit verbessert werden kann.
Eine gemeinsame, ganzheitliche digitale Sichtbarkeitsstrategie hat das Ziel, in klassischen Suchmaschinen wie Google und Bing und in KI-Systemen und LLMs wie ChatGPT, Claude und Co. sowie insbesondere auch den Google-AI-Angeboten AI Overviews, AI Mode und Gemini sichtbar zu werden.
Alte Methoden, neue Namen
Als GEO-Methoden werden heute häufig Dienstleistungen verkauft, die allesamt nichts Neues sind. Wenn man sie in der Vergangenheit richtig umgesetzt hätte, hätten sie auch für bisherige SEO-Strategien sehr große Erfolge erzielen können.
Viele SEOs haben es sich jedoch in den letzten Jahren bequem gemacht und sich insbesondere um die Themen Website-Content sowie Website-Infrastruktur konzentriert. Offpage-SEO war für viele ein Unwort. Es war und ist stark belastet durch die Vergangenheit, die geprägt von Spam und minderwertigen Inhalten war.
Daher bezeichne ich auch heute diese Thematik nicht mehr als Offpage-SEO. Allerdings sind Methoden, die man heute wieder anwendet, durchaus vergleichbar. Sie zielen darauf ab, eine Brand im gesamten digitalen Umfeld konsistent und effektiv gemäß der EEAT-Prinzipien zu positionieren. Nicht nur für Maschinen wie Crawler, sondern insbesondere für Menschen.
Beispiele hierfür, die ich auch beim KI-Summit Südwest 2026 genannt habe:
- moderne digitale PR
- neutrale Berichterstattungen (z. B. Produkttests)
- Kooperationen mit Influencern, Partner und Co.
Aber auch die Verzahnung von bisher meist in Silos gedachten Disziplinen wie organischem Social-Media-Marketing, in für die Zielgruppe relevanten Social-Media-Netzwerken und eine einheitliche und effektive YouTube-Strategie. YouTube hat eine extrem hohe Quellenrelevanz für die Google-AI-Tools AI Overviews, AI Mode und Gemini.
Ist GEO Scam?
Nein, das mit Sicherheit nicht. Ob man das Akronym nun gut oder nicht gut findet, muss jeder für sich entscheiden. Dass es sich mehr oder weniger durchgesetzt hat, ist unumstritten und erstmal nicht zu ändern.
Was einige selbsternannte GEO-Agenturen und GEO-Dienstleister allerdings unter als GEO-Maßnahmen anbieten, ist kurzsichtig, unseriös und teilweise grenzt es an arglistige Täuschung. Viele wittern das schnelle Geld und das verdienen sie auch. Allerdings gibt es so gut wie niemanden, der wirklich belastbare GEO-Case-Studies liefern kann. Meist wird auf darauf verwiesen, dass das Thema noch sehr neu sei. Das ist zwar richtig, aber nochmal zu menschlichem EEAT: Vertraut man jemandem, der keine belastbar keine Ahnung von einem Thema hat?
Dies führt dazu, dass in absehbarer Zeit einige Unternehmen, die sich auf das Abendteuer GEO eingelassen haben, GEO als unlautere Disziplin oder sogar Scam ansehen werden. Die unseriösen GEO-Berater von heute werden dafür sorgen, dass das Akronym GEO noch schneller und noch schlimmer verbrannt sein wird, als es SEO jemals war.
Wo findet digitale Sichtbarkeit statt?
Ich nenne SEO nicht um, nur um von meinen wahren Zielen abzulenken. Moderne Optimierung digitaler Sichtbarkeit orientiert sich noch mehr an der Zielgruppe. Nicht das Ranking (SEO) oder die Mention (GEO) oder die Klicks stehen exklusiv im Vordergrund. Wir orientieren uns an den digitalen Touchpoints, wo die Zielgruppe unterwegs ist.
Dies ist individuell und von Branche zu Branche unterschiedlich. Bei der einen Branche liegt der Fokus eher auf Instagram, bei einer anderen eher bei LinkedIn, bei der nächsten überall. Die Potenziale gilt es zu bewerten und danach zu priorisieren.
Nur eines muss ein übergreifendes Ziel sein: Die Sichtbarkeit innerhalb von Touchpoints, die am Anfang einer Suche bzw. einer User Journey stehen. Und da sind sehr häufig LLMs wie ChatGPT und klassische Suchmaschinen wie Google. Dort sichtbar zu sein, ist kein Mittel zum Zweck der SEOs und GEOs, sondern muss integraler Bestandteil einer jeden Unternehmensstrategie sein. Dort tummelt sich i. d. R. die gesamte Zielgruppe an irgendeinem Punkt der User bzw. Customer Journey.
Wie eine Brand dort sichtbar ist, ist ein anderes Thema. Das kann verschiedene Ausprägungen je nach Search- bzw. Prompt-Intent haben:
- Eigene Website
- Website eines Dritten (z. B. Produkttest, digitale PR, Referenzen, Foren)
- Social Media (eigene Kanäle und von Dritten)
- YouTube (eigene Kanäle und von Dritten)
Es gibt noch weitere, aber die oben stehende Liste soll einen groben Überblick verschaffen.
Fazit
Meine Analyse zeigt deutlich, dass sich die Frage SEO oder GEO eigentlich gar nicht stellt. Sondern eher, welche Methoden man anwendet, um die digitale Sichtbarkeit einer Brand zu verbessern. Für die einen sind es SEO-, für die anderen GEO-Methoden. Wer sich am Begriff bzw. Akronym aufhält, wird nicht wirksam.
